Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege

Oberösterreich

Kulturleitbild des Landes Oberösterreich 2020

Kommentar der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich (GLD) und der Gesellschaft für Archäologie 
in Oberösterreich (GesArchOÖ)

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Die GLD und die GesArchOÖ sehen es als ihren Auftrag, einen inhaltlichen Beitrag zur geplanten Neugestaltung des Kulturleitbildes des Landes Oberösterreich zu leisten und haben sich erlaubt, der Landeskulturdirektion die nachstehende Zusammenfassung der in den Vereinen geführten Diskurse zu übermitteln. Diese Ausführungen sollen einen Beitrag zu einer positiv verlaufenden Entwicklung des kulturellen Erbes und damit der Kulturentwicklung in unserem Bundesland leisten. 

  

Das Faro-Rahmenübereinkommen als Leitfaden

Der Bewahrung und Erforschung von kulturellem Erbe gebührt angemessener Platz im neu entstehenden Kulturleitbild. Das Rahmenübereinkommen des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft („Faro-Rahmenübereinkommen“) wurde von Österreich im Jahr 2014 unterzeichnet und 2015 ratifiziert. Darin wird das Kulturerbe in seiner materiellen, immateriellen und digitalen Form als eine der wichtigsten kulturellen, sozialen und ökonomischen Ressourcen Europas definiert. Folgende wichtige Punkte aus dem Faro-Übereinkommen sollten daher auch im OÖ. Kulturleitbild enthalten sein: Das Kulturerbe gehört uns allen! Es soll für alle Menschen zugänglich sein und dient als Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt und interkulturellen Dialog. Forschung und Innovation sollen auch auf das kulturelle Erbe gerichtet sein. Die Erhaltung des Kulturerbes leistet einen Beitrag zur Förderung der Wirtschaft (Baumaßnahmen, Handwerk, Tourismus etc.).

 Schaffung von Rahmenbedingungen zur erfolgreichen Umsetzung

Es ist daher unumgänglich, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diese Punkte umgesetzt und die Forderungen des Faro-Übereinkommens erfüllt werden können. Das Bewusstsein für und der Stolz auf das eigene kulturelle Erbe sollen in der Bevölkerung geweckt und vertieft werden. Dies ist nur durch die kontrollierte Einbindung der Zivilgesellschaft möglich. Durch den Erhalt des kulturellen Erbes soll – in Kombination mit einer durchdachten und konsequenten Raumplanung – die Zerstörung sowohl der historisch gewachsenen Ortsbilder als auch der archäologischen Bodendenkmäler verhindert werden. Dies ermöglicht den Erhalt unserer Kulturlandschaft und damit eines Umfelds mit hoher Lebensqualität auch für die folgenden Generationen.

 Das Land Oberösterreich kann in vielen Punkten Beiträge zur Gestaltung dieser Rahmenbedingungen leisten:

       Kulturelles Erbe soll als „Lust“, nicht als „Last“ empfunden werden. Bewusstseinsbildung geschieht über „top-down“, also über die Art und Weise, wie vonseiten der Landesregierung zu diesem Thema kommuniziert bzw. vonseiten der Institutionen Forschung vermittelt wird, aber auch über „bottom-up“-Projekte, bei denen Initiativen aus der Bevölkerung (fachlich und finanziell) unterstützt werden.

 -       Innovation und Forschung im Bereich „Kulturelles Erbe“ sind zu begrüßen und auch zu fördern; an einer Erhöhung der institutionellen Budgets und der Budgets für Fördermaßnahmen wird kein Weg vorbeiführen. Unbedingt notwendig ist – in Zeiten projektorientierter Forschungsförderung – die Schaffung einer Finanzierungs­grundlage für die Erarbeitung von Anträgen für Forschungsprojekte mit Oberösterreich-Bezug.

 -       Um das kulturelle Erbe nachhaltig zu schützen und bewahren zu können, ist seine Erfassung unerlässlich. Oberösterreich muss die Möglichkeit einer flächendeckenden Erhebung seiner Kulturdenkmäler jetzt nutzen, da in wenigen Jahren aufgrund des derzeit stark steigenden Flächenverbrauchs und der zunehmenden Zerstörung historischer Bausubstanz mit einer erheblichen Dezimierung zu rechnen ist. Die Erstellung eines digitalen, öffentlich zugänglichen Kulturgüterkatasters für Oberösterreich muss daher dringend vorangetrieben und seitens des Landes maßgeblich und langfristig unterstützt werden.

 -       Im Kulturbereich Tätige sollen in kulturpolitische Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

 Schnittstelle Landeskunde und Denkmalpflege

Um die oben genannten Punkte umsetzen zu können, wäre eine Schnittstelle im Bereich der Landeskunde und Denkmalpflege erforderlich. Sie könnte als Koordinationsstelle und Ansprechpartner für landeskundlich orientierte Vereine, ARGEs und ähnliche Institutionen dienen. Diese wäre als Anlaufstelle für Forschungsvorhaben mit Oberösterreich-Bezug, zur Unterstützung bei Themenvergabe bzw. entsprechender Kontaktvermittlung, unerlässlich. Eine solche „Schnittstelle Landeskunde und Denkmalpflege“ würde ein hohes fachliches Niveau der geleisteten ehrenamtlichen Tätigkeiten garantieren, Doppelgleisigkeiten verhindern, die Dissemination der Ergebnisse in digitaler und analoger Form sicherstellen und als Kooperationspartner der in (oder zumindest teilweise in) landeskundlichen Bereichen agierenden Landesinstitutionen bzw. Dachverbänden (OÖLA, OÖLM, Stifterinstitut, Verbund OÖ. Museen, Forum Volkskultur bzw. Akademie der Volkskultur etc.) agieren.

Ausgabe 164! - Das neue Jahrbuch ist erschienen

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Soeben ist Band 164(!) unseres Jahrbuches erschienen. Das verdiente Redaktionsteam um Dr. Bernhard Prokisch ist dem Anspruch, das breite Spektrum der landeskundlichen Forschung in Oberösterreich abzubilden, dabei neuerlich gerecht geworden. So finden Sie Beiträge aus den Fachbereichen Numismatik und Archäologie mit Untersuchungen, die den zeitlichen Bogen von der Antike bis in die Neuzeit spannen. Mittelalterliche Themen werden aus historischen, geographischen und politischen Blickwinkeln behandelt. Zwei Beiträge beleuchten musikhistorische sowie kunst- und handelsgeschichtliche Aspekte des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Ein Aufsatz zur Kostümgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts führt in die Jetztzeit – darüber hinaus geht der abschließende Beitrag, der zukünftige Einsatzmöglichkeiten für historische Techniken aufzeigt.

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Denkmalpflegefest und Generalversammlung 2019

Micheldorf, Do 17. Oktober 2019

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Bei herbstlichem Kaiserwetter hieß DI Martin Osen am 17. Oktober 2019 zahlreiche interessierte Gäste im Sensenschmiedemuseum Micheldorf willkommen. Nach einer spannenden Führung durch das Baustellengelände mit freigelegtem Fluder sowie durch das in kleinem Rahmen neueröffnete Museum, fanden sich die Mitglieder der GLD für die Generalversammlung im ehemaligen Rossstall des örtlichen Bauensembles ein.

Bildschirmfoto 2019 10 19 um 163206Nach herzlichen Begrüßungsworten übergab Dr. Spiegelfeld für einen der ersten Tagesordnungspunkte das Wort an Dr. Prokisch, der den nunmehr bereits 164. Jahrgang des GLD-Jahrbuchs präsentierte und sich unter einem bei allen Mitwirkenden für ihre wertvolle Arbeit bedankte.

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Mitteilungsblatt 1 / 2019 online!

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Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege Oberösterreich Nummer 1 / 2019:

Nun können Sie online noch einmal durch die Nummer eins unserer diesjährigen Mitteilungsblätter samt Firmenliste schmökern.

Besonders erfreulich ist, dass im Hinblick auf das Sensenschmiedemuseum in Micheldorf, viele der im Mitteilungsblatt 1 / 2019 noch als "geplant" beschriebenen Projekte bereits umgesetzt wurden.

Wir wünschen eine angenehme Lektüre!

 

(Klicken Sie auf das Heft-Cover, um die Online-Version aufzurufen.)

Wissensarchive im Wandel

Mo, 28. Oktober 2019Zentrum 2010 neu

MONTAGSAKADEMIE: Die Montagsakademie bietet allgemein verständliche Vorträge aus der Welt der Wissenschaft: frei zugänglich für alle und kostenfrei in der Aula der Universität Graz sowie via Live-Übertragung in den teilnehmenden Regionen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Montag, 28. Oktober 2019, überträgt die Montagsakademie live in die Bibliothek „Lesefluss am Gries“, Uferstraße 14, 4710 Grieskirchen. Die Bibliothek „Lesefluss am Gries“ lädt daher alle Interessierten bei freiem Eintritt recht herzlich ein zur live-Übertragung des Vortrags:
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Von der Handschrift zur Forschungsdatenbank – Wissensarchive im Wandel

von Univ.-Prof. Dr.phil. Peter Scherrer, Institut für Antike, Universität Graz

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